Besuch im Mehrgenerationenhaus: Der Alltag zwischen Jung und Alt funktioniert

„Das ist ein ganz tolles, außergewöhnliches Projekt“, lobte Hannelore Kraft das Mehrgenerationenhaus der Kolping-Akademie in Borchen, das sie im Rahmen ihrer Tour im Kreis Paderborn aufsuchte. Generationenübergreifendes Zusammenleben steht hier auf der Tagesordnung: Eine Kita mit 70 Kindern, Senioren-WGs und zehn barrierefreie Wohneinheiten finden unter einem Dach Platz.

Singen, Malen, Basteln

Die Bewohner gestalten ihr Zusammenleben gemeinsam. „Mehrfach in der Woche singen, malen oder basteln die Senioren mit den Kindern“, schildert Andrea Künzel, die das Zusammenleben für den Träger im Mehrgenerationenhaus mitorganisiert. Jede der Begegnungen werde pädagogisch begleitet, so dass der Ablauf im Kita-Alltag reibungslos verlaufe.

Neben der vorschulischen Bildung und dem altersgerechten Wohnen gibt es wenige Themen, die sich in den letzten Jahren so rasant entwickelt haben. Für Hannelore Kraft und die NRWSPD sind es politische Kernfragen. Seitdem sie Ministerpräsidentin ist, konnte NRW die Anzahl der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren auf 180.000 verdoppeln und kann den Anspruch auf einen Kita-Platz erfüllen. Nun soll weiter investiert werden: Eine gebührenfreie Kita in den Kernzeiten, damit sich mehr Menschen die Angebote leisten können, mehr Qualität durch mehr Betreuung und flexiblere Öffnungszeiten sollen her. Die NRWSPD fördert zudem die Gründung von Seniorenwohngemeinschaften und Mehrgenerationenhäusern bereits generell. Das Ziel bei der Planung von Nachbarschaftsquartieren ist klar: Menschen sollen in ihrer gewohnten Umgebung alt werden zu können.

Gute Idee für alle Städte und Gemeinden

In Borchen setzt man diese Vorgaben gut um. Bürgermeister Reiner Allerdissen (SPD) ist entsprechend stolz: „Das Konzept des Hauses ist Teil unseres Masterplans in der Stadtentwicklung. Mir ist wichtig, dass der Austausch und Umgang von Alt und Jung miteinander zum Alltag wird.“ Im Mehrgenerationenhaus lässt sich dies begutachten. „Zwischen den Senioren, Eltern und Kindern haben sich in der Zwischenzeit echte Verbindungen entwickelt“, berichtet Akademie-Leiterin Künzel.

Hannelore Kraft bedankte sich für das starke Engagement vor Ort. Sie konnte einiges für ihre eigene Arbeit mitnehmen. Beim Bürgermeister plädierte sie dafür, das Beispiel im Gespräch mit anderen Kommunen und in politischen Gremien selbstbewusst einzubringen: „Gute Ideen wie diese sollten noch mehr Platz im Austausch positiver Erfahrungen finden.“