Warum schnelles Internet in NRW so wichtig ist

Welche Chancen kann der Breitbandausbau in NRW bieten? Wie behält Nordrhein-Westfalen seine Spitzenstellung beim Ausbau? Und warum ist schnelles Internet nicht nur für Unternehmen wichtig? Spannende Fragen zur Digitalisierung beim Diskussionsabend mit Hannelore Kraft in Bad Salzuflen.

Es ist fast, als hätte Hannelore Kraft auf diese Frage gewartet: „Wofür brauche ich schnelleres Internet? Für meine Zwecke reicht die jetzige Datengeschwindigkeit vollkommen aus“, fragt ein Zuschauer die SPD-Spitzenkandidatin. „Das höre ich immer wieder“, antwortet Hannelore Kraft auf der Bühne im Bad Salzuflener Kurhaus. An diesem Abend ihrer Tour durch Ostwestfalen-Lippe macht sie auch in dem kleinen Kurort Halt und spricht mit den örtlichen Landtagskandidaten Dennis Maelzer, Ellen Stock und Jürgen Berghahn über ihre Erfahrungen im Wahlkampf. Natürlich gibt es auch ausgiebig Zeit, um mit den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern über aktuelle politische Themen zu sprechen. Dabei ist der Breitbandausbau für die Anwesenden ein wichtiges Thema – genauso wie für die Landesregierung. „Vielleicht reicht die Datengeschwindigkeit bei Ihnen noch, aber in absehbarer Zeit, wenn unser Alltag noch vernetzter wird, wird sie nicht mehr ausreichen“, betont Kraft, „und da wollen wir in Nordrhein-Westfalen jetzt schon den Grundstein legen“. Dass es bei der Vernetzung nicht in erster Linie um Kühlschränke mit WLAN geht, macht Kraft ebenfalls deutlich. Der Fokus liege beispielsweise viel mehr auf Bereichen wie den neuen Möglichkeiten in der Gesundheitsversorgung. So sei es schon in absehbarer Zeit möglich, dass über Sensoren am Körper beispielsweise Blutzucker- oder Blutdruckwerte direkt an den behandelnden Arzt übermittelt werden. Aber um solche Technologien nutzen zu können, brauche man möglichst schnelles Internet.

82,2 Prozent der Haushalte haben bereits schnelle Anschlüsse

Der Breitbandausbau ist in den letzten Jahren gut vorangekommen: In Nordrhein-Westfalen haben 82,2 Prozent der Haushalte bereits Anschlüsse, die 50 Megabits pro Sekunde oder sogar mehr übertragen können – mehr als in jedem anderen Flächenbundesland. „Das reicht uns aber nicht“, sagt Kraft, „wir wollen bis 2018 in NRW flächendeckend Breitbandanschlüsse und bis 2026 flächendeckend die noch schnelleren Glasfaseranschlüsse“. Dass diese Ziele durchaus ambitioniert sind, weiß sie. Deswegen hat das Land zusammen mit dem Bund rund eine halbe Milliarde Euro für den Ausbau bereitgestellt.

Schnelles Internet ist für den Wirtschaftsstandort NRW essentiell

Denn auch für die Unternehmen in Nordrhein-Westfalen ist eine schnelle Internetverbindung essentiell. „Die Digitalisierung ermöglicht den Unternehmen ganz neue Möglichkeiten“, sagt Kraft. „Produktionsschritte werden miteinander vernetzt, Wertschöpfungsketten neu definiert und Grundlagen für neue Geschäftsmodelle geschaffen“, ergänzt sie. Damit Nordrhein-Westfalen als Wirtschaftsstandort von dieser Entwicklung profitieren könne, müsse jetzt die Voraussetzung dafür geschaffen werden – und die sei das schnelle Internet. Dank der so genannten Industrie 4.0 ist es möglich, dass durch die Vernetzung von verschiedenen Produktionsabschnitten nicht mehr nur einzelne Schritte optimiert werden können, sondern ganze Wertschöpfungsketten.

Engere vernetzung von Forschung und Wirtschaft

Um dies möglich zu machen, müssen Unternehmen und Forschungseinrichtungen, wie zum Beispiel Hochschulen, enger miteinander vernetzt werden. „Und auch das wollen wir angehen“, betont Kraft kämpferisch. „Gerade hier in Ostwestfalen-Lippe, wo wir erfolgreiche Unternehmen und starke Forschungseinrichtungen haben, wollen wir mit dem Breitbandausbau die Vernetzung vorantreiben“. Tim Aufderheide freut sich ganz besonders, als er das hört. Der 21-jährige Juso studiert Ingenieurswissenschaften an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. „Ich bin froh, dass die Landesregierung die Notwendigkeit des schnellen Internets für die Forschung und für die Industrie erkannt hat und handelt“, sagt er, „nur so können wir unseren Status als Technologieregion hier in Ostwestfalen-Lippe halten“.